Qlik Sense ist bereits seit längerer Zeit als Clouddienst verfügbar. Zu der Software as a Service (SaaS) Version kommen stetig Neuerungen hinzu. Dazu zählen Active Intelligence und Qlik Alerting, die schnellere Reaktionen auf Daten in Echtzeit ermöglichen und so agileres Handeln ermöglichen. Gepaart mit den Machine Learning Modulen durch den Zukauf von Bigsquid sowie den Entwicklungen im Bereich DataLineage, hat Qlik eine ganzheitliche BI-Plattform in der Cloud geschaffen. Darüber hinaus ergänzte Qlik Ende 2021 Reporting Funktionalitäten in der Cloud.

Im Folgenden möchte ich Ihnen die zentralen Änderungen der Qlik Reporting Services gegenüber des bewährten Value Added Products Qlik NPrinting aufzeigen.

Warum eine neue Qlik Reporting-Lösung?

Qliks Value added Product NPrinting ist die Reporting-Lösung für On-Premise Installationen von Qlik Sense und QlikView. Diese wird in seiner jetzigen Form wohl nicht Teil der Cloud-Plattform werden. In der Cloud (Qlik SaaS) bietet Qlik mit dem Reporting Service den Gegenspieler. Dieser verfügt einerseits über ein schlankes Self-Service Reporting und andererseits ‒ gemeinsam mit der App Automation ‒ über eine anpassbare Reporting Suite.

Wie unterscheidet sich der Qlik Reporting Service von Qlik NPrinting

Bereits bei der Installation finden sich große Veränderungen. Während Sie in der Cloud ohne Extrakosten direkt loslegen können – Reporting und App Automation sind in der Standardlizenz enthalten – so benötigen Sie für NPrinting einen dedizierten Windows Server. Nach der eigentlichen Installation müssen noch diverse Konfigurationen wie Benutzer und Gruppen, Berechtigungen und der Mailserver eingerichtet werden. Dies ist in der Cloud nicht erneut nötig, da wir uns hier weiterhin im Cloud Tenant bewegen.

Die Stärken von Qlik NPrinting

NPrinting ist ein mächtiges Werkzeug, um umfassende Reports zu erstellen. Hier wird eine Verbindung zu bestehenden Qlik Sense Apps aufgebaut und es kann im Bericht auf einzelne Visualisierungen, Felder, Variablen und Formeln zugegriffen werden.

Das Ausgabeformat ist weitreichend. Die gängigen Microsoft Office Formate wie Word, Excel und PowerPoint stehen dabei klar im Vordergrund. Das Besondere hier ist die Möglichkeit, die Funktionen beider Programme bei der Erstellung des Berichts zu verwenden: So können Werte aus der Qlik Sense App mit Excel Funktionen erweitert werden. Das Erstellen eigener Qlik Sense Formeln innerhalb des Reports ist ebenfalls möglich und bietet eine große Flexibilität, die es erlaubt, auch komplexe Fälle abzudecken. Die gesamte Erstellung passiert mit dem NPrinting Designer, einem Programm, welches auf dem Computer des Entwicklers installiert sein muss. Außerdem kann das Corporate Design des Unternehmens leicht durch die Verwendung von PowerPoint Templates in die Reports integriert werden. Natürlich lassen sich alle Dateien auch als PDF exportieren.

Qlik NPrinting bietet mit der passenden Admin-Konsole die Möglichkeit, Reports zu konfigurieren. Hierzu zählen Datenfilter, und auch die Empfängerverwaltung. Die Berichte können per E-Mail an definierte Empfänger oder Gruppen gesendet werden. Alternativ besteht die Option, sie im »Newsstand« ‒ einer Weboberfläche von NPrinting, welche den Nutzern eine zentrale Anlaufstelle für die verfügbaren Berichte bietet ‒ abzulegen. Darüber hinaus ist auch die Veröffentlichung im Qlik Sense Hub oder auf einem Netzwerklaufwerk möglich.

Die Stärken des Qlik Reporting Services

Der Reporting Service in der Cloud wählt einen gänzlich anderen Ansatz. Einerseits ist der User in der Lage, in Form des Self-Service Reportings Charts oder Arbeitsblätter zu abonnieren und zeitlich gesteuert die aktuelle Version dieser per E-Mail zu erhalten.

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Abb. 1: Abonnieren eines Charts in Qlik SaaS und einstellen der Empfangsoptionen

Andererseits können auch komplexere Berichte mit dem Reporting Service gemeinsam mit der App Automation erstellt werden. Hier wird anstatt auf die Office Suite auf die Designmöglichkeiten von Qlik selbst gesetzt. Als Bericht im PDF-Format werden einzelne Arbeitsblätter oder ganze Dashboards exportiert. Wie bei NPrinting muss der Report also vorher designt werden, nur eben als eigenes Arbeitsblatt oder App in Qlik. Das Erstellen ist jedem Qlik-Entwickler möglich, es wird kein weiteres Wissen oder Tool dafür benötigt. Das verringert die Einstiegshürde beim Erstellen von Reports und führt dazu, dass Qlik alleinig als BI-Plattform fungiert und keine Analysen mehr in Excel durchgeführt werden. Die Berichte können auch jenen Usern bereitgestellt werden, die keinen Zugriff auf Qlik haben.

Anstelle einer eigenen Verwaltungsoberfläche fügt sich der Reporting Service als Teil der Qlik App Automation ein und kann dadurch vielfältiger verwendet werden. Beispielsweise gibt es – neben den altbewährten Zustellungsmethoden via E-Mail – auch neue Veröffentlichungsziele wie Dropbox und Amazon S3. Durch die App Automation ergeben sich neue Möglichkeiten, um Logiken in der Bereitstellung der Berichte umzusetzen. Außerdem können Informationen, wie die Empfänger E-Mail-Adressen aus der App oder anderen Quellen, gelesen und gefiltert werden. Dies ermöglicht beispielsweise, dass lediglich Manager, deren Teams gewisse Kennzahlen nicht erzielen, benachrichtigt werden. Diese Option bietet NPrinting nicht.

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Abb. 2: Erstellen eines Berichts für alle Standorte mit unterschiedlichen Filtern durch die App Automation

Zusammenfassung und Fazit: Ist der Qlik Reporting Service ein würdiger Nachfolger?

Der Qlik Reporting Service und Qlik NPrinting unterscheiden sich grundsätzlich, obwohl sie erstmal demselben Ziel zu dienen scheinen.

Nachfolgend finden Sie eine Gegenüberstellung der wichtigsten Funktionen:

Funktion

Qlik NPrinting

Qlik Reporting Service

Kompatible Qlik Editionen

QlikView und Qlik Sense Client Managed

Qlik Sense SaaS

Setup

Installation auf separatem Server

Teil des bestehenden Cloud Tenants

Designer

NPrinting Designer + Microsoft Office (Lizenz erforderlich)

Design über Qlik Sense App

Ausgabeformat

PDF sowie bekannte Office Formate (.xlsx, .pptx, .docx, …)

PDF

Bereitstellung

E-Mail, Newsstand, Qlik Sense Hub, Netzwerklaufwerk

E-Mail

Amazon S3, Dropbox, FTP, Google Cloud Storage, SFTP

 

Tabelle 1: Qlik NPrinting und Qlik Reporting Service im direkten Vergleich

Während NPrinting ein eigenes Tool darstellt, welches in der Benutzung anfänglich nicht immer ganz intuitiv ist und so den Einstieg erschwert, gliedert sich der Reporting Service sehr gut in die bestehende Cloud-Struktur ein. Die Möglichkeiten zur Gestaltung bieten dabei eine sehr geringe Einstiegshürde für Qlik-Entwickler. Allerdings limitiert das Ausgabeformat des Reporting Services ausschließlich als PDF sehr, da der fertige Report nicht weiterverarbeitet werden kann. Das fällt vor allem bei Texten und Tabellen auf, da diese nicht markiert, kopiert oder durchsucht werden können. Hier bietet NPrinting durch die Office Formate entscheidende Vorteile, wenn es um die Arbeit mit dem entstandenen Bericht geht.

Somit komme ich zu dem Schluss, dass der Reporting Service einen guten Ansatz liefert, in seiner derzeitigen Form aufgrund der Beschränkung im Ausgabeformat jedoch noch keinen würdigen Nachfolger für NPrinting darstellt. Wir freuen uns umso mehr auf neue Features und berichten!

Sind noch Fragen offengeblieben oder benötigen Sie bei Ihrem Vorhaben Unterstützung? Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

PS: Weitere Informationen zu den neuartigen Möglichkeiten von Qlik in der Cloud finden Sie in unserem Whitepaper > Business Intelligence mit Qlik in der Cloud

 

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